Tur Abdin

Rückkehr der Christen

Rückkehrer Atiye und Yahko Demir aus der Schweiz vor ihrem Haus in Kafro  

Seit dem Jahr 2000 versucht die türkische Regierung, Mitglied der Europäischen Union zu werden. Zu den von Brüssel gestellten Bedingungen gehört auch die Anerkennung der religiösen Minderheiten, weshalb der damalige Ministerpräsident Ecevit am 12. Juni 2001 per Gesetz die Rückkehr der Christen in die Osttürkei erlaubte. Die damit verbundene Freiheit der Glaubensausübung kam zuerst den Klöstern zugute, den beiden grossen Klöstern Deyrulzafaran in Mardin und dem Kloster Mor Gabriel, aber auch kleinen Klöstern wie dem Mor Melke, das von zwei Mönchen und drei Nonnen bewohnt wird.

Der Gouverneur der Provinz Mardin fragte deshalb offiziell den Metropolit und Abt des Klosters Mor Gabriel, Timotheus Samuel Aktas an, ob die von den Christen verlassenen sieben Dörfer wieder besiedelt werden würden oder ob man sie den moslemischen Türken zur Besiedlung anbieten könne. Erzbischof Samuel Aktas versprach, sich mit den Auswanderern in Verbindung zu setzen, meldete aber sofort seinen Anspruch auf die Wiederbesiedlung der Dörfer durch die Christen an. In der Folge meldeten sich viele der ausgewanderten Familien mit dem Wunsch, in ihre Dörfer zurück zu kehren.

Erzbischof Aktas nahm noch im Sommer 2001 Kontakt mit ehemaligen Kafro­Bewohnern auf. Im Herbst trafen diese sich erstmals mit anderen früheren Bürgern in Deutschland.  Sie gründeten daraufhin am 5. Januar 2002 den Entwicklungsverein Kafro. Dieser hat durch seine Aktivitäten ein Pilotprojekt zur Rückkehr gestartet, auf das die ganze Region des Tur Abdin grosse Hoffnungen setzt, allen voran die beiden Erzbischöfe von Mardin und Mor Gabriel.

Sami Demir vor seinem Haus


 

Bilder von anderen Rückkehrerdörfer

Zurück Nach oben Weiter