Tur Abdin

Grundlage für den Text ist ein Bericht des von uns unterstützten Entwicklungsvereins Kafro

Januar 2006
von Benjamin Demir

Entkalkungsanlage

Wasserversorgung

Die Hauptleitung in der Länge von insgesamt 960 m sowie die abgezweigten Leitungen zu den einzelnen Häusern wurden verlegt und bereits mit Sand und Erde zugeschüttet. Dazu wurden 15 LKW-Ladungen Sand benötigt. Aus Sicherheitsgründen wurden die Wasserleitungen in den Häusern noch nicht mit den Wasserversorgungsleitungen verbunden. Um die Häuser mit Trinkwasser zu versorgen, sind noch Installationsarbeiten nötig. Das mit Hilfe der finanziellen Unterstützung durch die Pfarrei Aesch-Birmensdorf-Uitikon errichtete Wasserreservoir ist in Betrieb. Es wurde Wasser  hochgepumpt und das Reservoir auf Dichtheit geprüft- mit Erfolg.

Da das Grundwasser stark kalkhaltig ist, musste eine Wasserenthärtungsanlage eingesetzt werden, welche 30% des Kalkes aus dem Trinkwasser herausfiltert. Sie arbeitet mit einer Fördermenge von 40'000 Litern/ Tag.

Die von den Behörden erhaltene Druckerzeugungspumpe wurde fertig moniert, wird jedoch erst dann in Betrieb genommen, wenn alle Häuser an der Wasserleitung angeschlossen sind.

Die Anschaffung und Installation einer Anlage zur Filterung und Entkeimung des Wassers ist in Planung.

 Kanalisation

Nach langen Verhandlungen und stetigem diplomatischem Druck konnte endlich der versprochene Bagger für die Grabenarbeiten der Kanalisation eingesetzt werden. Er lief 7 Wochen am Stück und wurde dann versetzt, dies obwohl nicht einmal die Hälfte der Arbeiten verrichtet war. Zum Ärger der Rückkehrer musste ein Bagger gemietet und von den Rückkehrern bezahlt werden, damit das Fortschreiten des Bauprojekts ohne Zeitverzögerung sichergestellt werden konnte. Denn, weiss Gott, wann die Behörden den Bagger wieder zur Verfügung gestellt hätten.

Für die Hauptleitung wurde ein 1'350 m langer Graben ausgehoben, Abwasser-Rohre mit einem Durchmesser von 20 cm verlegt und insgesamt 36 Schächte erstellt. Die Aushubarbeiten wurden durch das harte Gestein sehr erschwert. Teilweise musste bis in 4.5 m Tiefe in das harte Gestein gegraben werden, um ein ausreichendes Gefälle für die Kanalisation zu erhalten. Es entstanden dabei erhebliche Kosten, welche der Staat nicht übernehmen will, und diese nun zu Lasten der Rückkehrer gehen.

Energieversorgung

Gas

Die Häuser haben nun einen Stand erreicht, dass sie in 1 bis 3 Monaten bezugsbereit sind. Viele Häuser verwenden neben Strom auch noch Gas-Geräte. Die dazu nötigen Gas-Tanks wurden im Erdreich versenkt. Rund um die einzelnen Wohnparzellen sind 1.5 und 2 m hohe Mauern aus dem umliegenden Gestein errichtet worden.

Strom

Da im öffentlichen Stromnetz nebst häufigen Unterbrüchen auch noch grosse Spannungs-Schwankungen bestehen, welche die elektrischen Geräte beschädigen könnten, war der Einsatz eines Spannungsreglers zwingend erforderlich. Dieser regelt das 3-phasige Spannungsnetz auf die gewünschten 230V mit einer Leistung von 200kVA.

Durch die Instabilität des öffentlichen Stromnetzes kann es zu mehreren Ausfällen pro Tag kommen. Manchmal gibt es tagelang keinen Strom. Die Ursachen dafür können Witterung, ungesicherte Netze,  Spannungsüberlastung, Kurzschlüsse oder böswillige Absicht sein. Um die Spannungsunterbrüche zu überbrücken ist der Einsatz eines Notstromgenerators erforderlich. Da die Rückkehrer sich diese Notstromlösung ohne externe finanzielle Hilfe nicht leisten können, wird deren Anschaffung auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben.

Telefonie

Die Behörden sehen vor, bis Frühjahr 2006 alle Häuser mit einer funkbasierten Telefon-Anlage auszurüsten. In jedem Haus wir ein Empfangs- und Sendemodul mit eigener Telefonnummer eingerichtet. Diese Lösung sollte laut behördlichen Angaben ebenso internettauglich und zudem kostengünstiger sein als die konventionelle netzgebundene Technik.

Renovationen alter Häuser

Das Rückkehrprojekt hat allen ehemaligen Bewohner von Kafro die Türen zu ihrem Dorf geöffnet und neue Perspektiven verschafft. Jetzt bauen auch Familien, die nicht zu den permanenten Rückkehrern zählen, fleissig ihre alten Häuser auf, um sie vorerst als Ferienhäuser nutzen zu können.

Hochdruckpumpe
Spannungsregler
Bagger im Einsatz
Kanalisationsarbeiten
Die Häuser werden mit Mauern umgeben
 

Link zu Bilder von der Renovation alter Häuser


 

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