Bericht im Forum 1/2006
|
Pfarreirat Peter Rost (links) im Ge-spräch mit Erzbischof Samuel Aktas vom Kloster Mor Gabriel |
Pfarrei Aesch-Birmensdorf-Uitikon unterstützt orthodoxe Christen Rückkehr in den Tur Abdin Die Katholische Pfarrei Aesch-Birmensdorf-Uitikon hilft in ihrem neuen Pfarreiprojekt Christen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, in ihre türkische Heimat im Tur Abdin zurückzukehren. Auf der Suche nach einem neuen Pfarreiprojekt stiess der Pfarreirat auf die syrisch-orthodoxen Christen in der Schweiz und in Deutschland, die rund 20 Jahre nach ihrer Vertreibung aus dem Tur Abdin in der SüdostTürkei wieder in ihre Heimat zurückkehren möchten. Die meisten in der Schweiz lebenden syrisch-orthodoxen Christen stammen aus dem Dorf Kafro, das nahe dem Kioster Mor Gabriel liegt. Dessen Abt, Metropolit Timotheus Samuel Aktas, wurde von der türkischen Regierung, die wegen des gewünschten EU-Beitritts die Religionsfreiheit verkündet hatte, angefragt, ob die verlassenen Dörfer im Tur Abdin von den Christen wieder besiedelt würden oder ob die Regierung sie der muslimischen Bevölkerung freigeben dürfe. Nachdem der Abt alle ihm bekannten Christen in der Schweiz und Deutschland benachrichtigt hatte, bildeten die Flüchtlinge aus Kafro 2003 einen Rückkehrerverein. 15 Familien entschieden sich für die Rückkehr, um mit eigenen Mitteln ein Haus zu bauen, davon 21 Personen aus der Schweiz, 34 aus Deutschland und eine fünfköpfige Familie aus Schweden. Im August 2003 begannen die Bauarbeiten. Im März 2005 standen bereits 14 Häuser im Rohbau fertig, drei Häuser waren im alten Dorfteil renoviert worden. Im Entwicklungsplan ist der Bau weiterer sechs Häuser vorgesehen. Die beiden Pfarreiräte Peter Rost und Kurt K. Wolf erkundeten vor Ort die konkreten Hilfsmöglichkeiten ihrer Pfarrei. TEURE INFRASTRUKTUR Die Häuser wurden alle dreistöckig mit Keller errichtet und haben um die 250 Quadratmeter Wohnfläche Sie sind terrassenförmig zur Südseite stehend gebaut und bieten den zwei bis drei Generationen einer Familie genügend Platz. Im lange währenden Sommer findet das Leben auf der Terrasse statt, im Winter schützen die gut isolierten, dicken Mauern aus dem weissen Kalkstein der Umgebung gegen die kalten Winde aus dem Norden. Die auf den September 2005 geplante Eröffnung des Dorfes Kafro musste leider verschoben werden, weil die Baukosten der Häuser höher ausfielen und die wichtigen Infrastrukturkosten sich verteuerten. Denn der Staat führte den Strom nur bis an den Dorfrand, die Verteilung bis an die Häuser muss von den Bewohnern gemeinsam getragen werden. Ebenso das Wasser, dessen Brunnen am Dorfeingang gebohrt wurde und das in einem Wasserwerk erfasst, gefiltert und mit einer Druckpumpe in den unterirdisch verlegten Leitungen zu den Häusern gepumpt werden muss. Dennoch, Kafro lebt bereits! Zwei Rückkehrer bewohnen schon ihre Häuser, zwar noch ohne fliessendes Wasser und Elektrizität. WASSER FÜR KAFRO Die Pfarrei hilft Kafro, die Kosten von 25‘000 Franken für die Wasserzuleitung zu tragen. Eine erste Spende von 10‘000 Franken wurde bereits überwiesen. Im Frühling 2005 wurde das Projekt in der Kirchgemeinde in einem Gottesdienst mit Lichtbildern, einem detaillierten Einführungsprospekt sowie einer Fotoausstellung vorgestellt. Am Patrozinium St. Michael im Oktober feierte die Pfarrei in Uitikon zusammen mit rund 40 syrisch-orthodoxen Christen einen Gottesdienst im syrisch-orthodoxen Ritus und genoss anschliessend ein vorzügliches Mittagessen nach Kairo-Art. Im Herbst 2006 soll Kafro nun offiziell eröffnet werden und fürs Frühjahr 2007 ist eine Pfarreireise dorthin geplant. KURT WOLF
|
|